Hundstage: Roman

Hundstage: Roman

Walter Kempowski

Language: German

Pages: 314

ISBN: 3442098254

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


"Hundstage" - die heißesten Tage des Sommers. Diese Zeit will der Schriftsteller Alexander Sowtschick auf seinem schönen Anwesen in Norddeutschland verbringen. Allein, ohne seine Ehefrau und ganz auf sein neues Werk konzentriert. Aber die geplante Idylle wird gründlich gestört: Es kommt zu einer Reihe unvorhergesehener Ereignisse - bis hin zu einem Mord. Und Alexander Sowtschick nähert sich immer mehr den Abgründen der eigenen Seelenlandschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

sagte sie, daß sie Sowtschick bewundere, wie sicher er in seinen Romanen die Fabel vorantreibe, ohne auch nur ein einziges Motiv zu vergessen. Die Ökonomie seiner Erzählungsweise sei bestechend und das Gespür, mit dem er die zur Zeit vorherrschenden Neoströmungen meide, staunenswert. Nun, da mußte die Runde passen. Keiner außer von Dornhagen und Frau Klincke hatte je etwas von Sowtschick gelesen, und außerdem dachte jeder an seine eigenen Sachen und stellte sich die Frage, ob Frau Klincke die

da ja noch eine Quittung? Auch mußte er �der Ordnung halber» exakt angeben, von wann bis wann er was an dem fraglichen Tag in Hamburg gemacht habe. Spielzeugladen, wieso? Buchhandlung, warum? Porno-Shop, aha! Die Adresse von Carola Schade mußte er beibringen, höchst prekär! Was sollte Carola von einer polizeilichen Nachfrage halten? Das Haus ohne rechte Genehmigung gebaut, und dann die Sache mit der Fahrerflucht? Die amtlichen Störungen wurden noch übertroffen von einer männlichen Stimme am

Aufnahmen (die Polizistin guckte irgendwie neugierig, die hätte vielleicht auch mal so fotografiert werden wollen). Einige dieser Fotos hatte Sowtschick noch gar nicht zu Gesicht bekommen: Die Fotografin hatte sie ganz offensichtlich weitergegeben. Aus dem Negativmaterial was für sich kopiert und sofort bei der Polizei abgeliefert. Bei dieser sauberen Dame, die an sich ganz nett war, würde er nie wieder eines dieser teuren Objektive kaufen, die sie ihm jedesmal aufschwatzte, das nahm Sowtschick

nicht Budweis, es war der Schulmeister, das konnte man jetzt erkennen, mit hochstehenden Haaren und aufgerissener Hemdbrust. Pensionär der Besoldungsgruppe A 13, Sammler von Dreschflegeln, Naturfreund und Verfasser des Buches: �De Düwel in de Föör un annere Vertellsel», von den Schulkindern �Schinder» genannt. Die Polizisten zerrten ihn ins Auto und rasten davon. Tatü! Nun hätten sie ja eigentlich auch langsamer fahren können. Was war geschehen? Nach wenigen Minuten kam auch das andere

größten Wert, obgleich er fast nur Orangenmarmelade aß, die seinem Magen guttat. Sie war nicht so tükkisch wie das feurige Johannisbeergelee, das zwar unvergleichlich schmeckte, dessen Säure sich jedoch gelegentlich unter seine große Krone, rechts unten, zwängte und schlagartig Schmerzen erzeugte, die erst nach Stunden abebbten. Auf dem Teller lag ein mit Blümchen verzierter Brief: �Holder Dichter!» stand darauf, ihnen wär es unbegreiflich, daß er es schon eine ganze Woche mit ihnen ausgehalten

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